Verwundete KFOR-Soldaten durch Minister ausgezeichnet

Die Bilder der gewaltsamen Übergriffe auf unsere KFOR-Soldaten Ende November 2011 sind uns alle noch in Erinnerung.Aufgrund einer Verschärfung der Lage  im Einsatzraum wurde bereits im August das deutsch-österreichische ORF-Bataillon (Operational Reserve Forces) zur Verstärkung der Truppen vor Ort in den Kosovo entsandt.

Die eingesetzten Soldaten – Angehörige der 7.Jägerbrigade (Kärnten) und 4.Panzergrenadierbrigade (Oberösterreich) – haben wesentlich zur Stabilisierung des Nordkosovo beigetragen. Ende November eskalierte jedoch die Lage im Bereich des deutsch-österreichischen ORF-Bataillons. Bei den ausgebrochenen Unruhen wurden insgesamt elf österreichische Soldaten verletzt, einer davon schwer. Die Soldaten gehören der Kaderpräsenzeinheit des Panzergrenadierbataillon13 aus Ried im Innkreis an.

Gelungene Evakuierung

In einer blitzartig organisierten Evakuierungsoperation konnten die Verwundeten innerhalb von 3 Tagen mit der C-130 „Hercules“-Tranportmaschine mit MEDEVAC-Container (eingebaute Intensivstation) nach Österreich verlegt werden. Seither kurieren die Soldaten in der Heimat ihre Verletzungen aus und sind am Weg der Besserung.

Am Mittwoch, den 18. Jänner 2012, kehrten die letzten Soldaten des ORF-Kontingentes heim vom Einsatz. Für viele war es das erste Wiedersehen mit den verwundeten Kameraden. Heftige Umarmungen, zahlreiche Schulterklopfer und bereits wieder breites Grinsen zeigte die ausgesprochen gute Stimmung innerhalb der Rieder Profieinheit.
Ein durch die 4.Panzergrenadierbrigade organisierter Festakt am Fliegerhorst Vogler in Linz-Hörsching bot den würdigen Rahmen für die Ordensverleihung. Verteidigungsminister Norbert Darabos und der Kommandant der Streitkräfte Generalleutnant Mag. Günter Höfler sind nach Oberösterreich angereist, um die beteiligten Soldaten auszuzeichnen. Die elf verletzten Soldaten des ORF-Bataillons erhielten das Verwundetenabzeichen 2. Klasse und sechs weitere Soldaten die Militäranerkennungsmedaille. Darunter der Kontingentskommandant Oberstleutnant Pirker vom Jägerbataillon 25, welcher nach Verwundung des deutschen Bataillonskommandanten die Führung der deutsch-österreichischen Einheiten übernommen hatte.

Großes Lob für Soldaten

"Ich bin stolz auf die Leistungen unserer Soldaten im Kosovo. Sie bewahren in einer schwierigen Situation die Ruhe und verhalten sich hoch professionell. Dafür gebührt ihnen mein aufrichtiger Respekt", sagte Verteidigungsminister Norbert Darabos in seiner Rede und dankte allen Soldaten für deren Engagement. "Für ihre Leistungen sind unsere Soldaten international hoch angesehen. Bei den Auseinandersetzungen mit den serbischen Demonstranten letzten November haben sie einmal mehr unter Beweis gestellt, dass dieser gute Ruf gerechtfertigt ist", sagte Darabos.

Weiters unterstrich Darabos die Wichtigkeit der Präsenz von österreichischen Soldaten am Balkan zur Aufrechterhaltung des Friedens vor Ort: „Nur durch Frieden im ehemaligen Jugoslawien ist ein sicheres und freies Europa gewährleistet.“  



Text: Mag.(FH) Christian Deutinger, Hauptmann

   

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