Einführung ins Leitbild

Änderung der Sicherheitspolitik

Die beabsichtigte Teilnahme Österreichs an einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) führt zu einer Umstrukturierung der eigenen Sicherheits- bzw. Verteidigungsdoktrin. Das Österreichische Bundesheer ist im Zuge dieser sicherheitspolitischen Neugestaltung maßgebenden Veränderungen unterworfen. Diese bringen die nicht unwesentliche und zusätzliche Anforderung eines „Internationalen Einsatzspektrums" mit sich. Damit erfolgte der Übergang zu einer verstärkten Einsatzorientierung der Armee und wird künftig zu weiteren Veränderungen führen. Es ist daher die Rolle des Österreichischen Unteroffiziers neu zu definieren bzw. zu erweitern.

Qualität durch Kompetenz

Die primäre Aufgabe des Unteroffiziers als Ausbilder, Kommandant oder Fachunteroffizier war und ist gekennzeichnet durch hohe methodische" soziale und fachliche Kompetenz. Aus dem zukünftigen Einsatzspektrum mit geänderten spezifischen Szenarien, erwächst die Erweiterung der Rolle des Unteroffiziers als Kommandant und jener Führungskraft, die unmittelbar an der Basis führt. Mit der daraus resultierenden Führungsverantwortung ist der Erwerb einer dementsprechenden Führungskompetenz unmittelbar verbunden und somit richtungsweisend für unsere zukünftige einsatzorientierte Ausbildung. Die Zielsetzung ist der Unteroffizier, welcher den komplexen Erfordernissen eines Einsatzes gerecht wird.

Erweiterung der Fähigkeiten

Die militärischen und fachlichen Qualitäten des Unteroffiziers sind unbestritten. Der Unteroffizier zeichnet sich durch ein hohes Maß an Flexibilität im Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mittel aus. Darüber hinaus erfordert das zukünftige Einsatzszenario mit seinen vielfältigen Begleiterscheinungen vom Unteroffizier auch eine über die „militärfachlichen Fähigkeiten" hinausgehende umfassende Weiterbildung, um den Auftrag im Rahmen internationaler Operationen erfüllen zu können.

Komplexität der neuen Anforderungen

Die Komplexität der erweiterten Aufgaben - insbesondere im Rahmen internationaler Herausforderungen erfordert vom Unteroffizier das Auseinandersetzen mit außermilitärischen Problemfeldern. Die Beachtung kultureller, ethischer und sozialer Kriterien ist ein wesentlicher Aspekt der A Auftragserfüllung in einem internationalen Einsatz. Die Belastungen dabei setzen für den Unteroffizier in seiner Rolle als Führer von Soldaten im Einsatz hohe moralische Verantwortung voraus. Der Unteroffizier erwartet daher die Abdeckung dieser Lernfelder zur Krisenbewältigung im Zuge seiner Fort- und Weiterbildung.

Der gemeinsame Auftrag

Die Erfüllung des gemeinsamen Auftrages ergibt in Zukunft eine noch engere Vernetzung der Arbeitsfelder von Offizieren und Unteroffizieren. Mehr denn je muss die gemeinsame Auftragsbewältigung durch zielorientierte Teamarbeit erfüllt werden. Die Teamfähigkeit und Bereitschaft zu konstruktiver Zusammenarbeit sind daher in hohem Maße gefordert. Die Kooperation mit Streitkräften anderer Partnerstaaten, der damit verbundenen höheren Verantwortungs- bzw. Entscheidungskompetenzen bewirkt damit auch eine Anhebung des Stellenwertes des Österreichischen Unteroffiziers.

Der Unteroffizier in der Gesellschaft

Die Integration des Unteroffiziers in das Gesellschaftssystem setzt eine ständige Anpassung des Wissensstandes und einer parallel zum Beruf verlaufenden „lebensbegleitenden Weiterbildung" voraus. Daher wäre der Zugang zu Bildungseinrichtungen und Weiterbildungsmöglichkeiten jeder Art für den Berufsstand der Unteroffiziere zu fördern.

   

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